Interview mit Thomas Hudak: Worauf du beim Kauf einer Espressomaschine achten solltest

Im folgenden Interview spreche ich mit Thomas Hudak. Er arbeitet seit längerem bei Kaffee24.de und managt dort den Einkauf und Verkauf. Als Kundenberater weiß er genau was beim Kauf einer Espressomaschine zu beachten ist.

Mit ihm habe ich über den Einsatz einer Siebträger Espressomaschine gesprochen und worauf hierbei besonders zu achten ist.

Guten Tag Thomas Hudak. Bitte stellen Sie sich kurz vor:

Mein Name ist Thomas Hudak, ich bin 38 Jahre alt und leite seit drei Jahren den Vertrieb bei  www.kaffee24.de.

Was macht Sie zu einem Kaffee- und Espresso-Experten?

Mit aromatischen Bohnen kenne ich mich schon lange aus, allerdings waren es früher Kakaobohnen. Sie werden es kaum glauben, aber bevor ich durch den Job das Kaffeetrinken für mich entdeckte, war tatsächlich Kakao mein Lieblingsgetränk. Mittlerweile habe ich mein erstes Barista-Seminar erfolgreich absolviert und genieße bis zu zehn Tassen Espresso oder Cappuccino täglich. Mich reizt dabei besonders, immer wieder neue Sorten aus allen Ländern zu testen und wahre Kaffeejuwelen aufzuspüren. In meinen beruflichen Verantwortungsbereich fällt neben dem Ein- und Verkauf auch die Kundenzufriedenheit. Die erreiche ich vor allem durch eine optimale Beratungsqualität. Denn wenn Kunden gut informiert und fachmännisch beraten einkaufen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich für das individuell richtige Produkt entscheiden.

Wie haben Sie Ihre Erfahrungen mit Espressomaschinen gesammelt?

Ich bin mit dem Start des Onlineprojektes kaffee24.de quasi ins kalte unbekannte Wasser gesprungen. Das „Schwimmen“ habe ich aber schnell gelernt, da ich in unserem großen Showroom täglich von Maschinen der Marken QuickMill und Rancilio umgeben bin, mit deren Funktionsweise und Bedienung ich mich natürlich vertraut machen musste. Außerdem habe ich Produktschulungen bei den Firmen Quick Mill, Rancilio, Rocket Espresso, Bezzera und ECM absolviert. Diese Schulungen haben mich wirklich weitergebracht, denn ich konnte unglaublich viele Maschinen testen, Inhaber und Geschäftsführer renommierter Marken kennenlernen und echte Espresso-Begeisterung spüren. Heute kenne ich mich mit den verschiedenen Gerätetypen und Marken bis ins Detail sehr gut aus.

Siebträgermaschinen sind das Urgestein der Espressomaschinen. Was macht Siebträger Espressomaschinen Ihrer Meinung nach so besonders? Welche wichtigen Unterschiede bestehen zu anderen Varianten von Espressomaschinen?

Siebträger sind etwas für Kenner und Feinschmecker, da man mit ihnen – in Verbindung mit der richtigen Espressomühle – Espresso oder Kaffee wirklich exakt nach seinem eigenen Geschmack herstellen kann. Mit keinem anderen Gerät gelingt es, die besonderen Geschmacksnoten der verschiedenen Röstungen so ideal hervorzuheben. Man drückt nicht nur das Knöpfchen wie am Vollautomaten, sondern kreiert seinen „eigenen“ Espresso. Es ist im Unterschied zu den ganz einfachen Zentrifugenmaschinen möglich, zu experimentieren und an den Feinheiten zu arbeiten. Vollautomaten und simple Espressokocher können zwar auch annehmbare Qualität hervorbringen, allerdings handelt es sich dabei eigentlich um starken Kaffee, nicht aber um Espresso. Das ist vielen Kaffeetrinkern gar nicht bewusst.

Wie sieht es bei Siebträgermaschinen mit den Anschaffungs- und Betriebskosten aus?

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen den Bauarten mit Thermoblock, vergleichbar einem Durchlauferhitzer mit Spirale, und den Espressomaschinen mit professioneller Brühgruppe und Kessel. Der Preiseinstieg liegt für ein Modell mit Thermoblock bei rund 500 Euro, mit einer vernünftigen Mühle dann bei 700 Euro. Für Modelle mit E61 Brühgruppe bewegt man sich mit einer Mühle bei etwa 1400 bis 1500 Euro. Diese Kombination hält dann aber auch viele Jahre und steht für einen wirklich ausgezeichneten Kaffeegenuss. Für Reinigungsmittel (Entkalker, Brühgruppenreiniger, Kaffeemühlengrindz) sind die Kosten vergleichbar mit dem Kaffeevollautomaten. Nicht vergleichbar ist allerdings der Kaffee- und Espressogeschmack – wenn alles richtig eingestellt ist und man die Maschine korrekt bedient.

Gibt es Fälle, wo Sie Siebträgermaschinen besonders empfehlen würden? Und wann eignen sich diese nicht so gut?

Siebträgermaschinen eignen sich für jeden, der gerne guten Kaffee oder Espresso trinkt. Man muss natürlich einen gewissen zeitlichen Rahmen für die Zubereitung mit einplanen, der durch die längere Aufheizphase anfangs dann schon mal 20 Minuten je nach Modell betragen kann. Aber für den Kenner ist das ein Teil des Hochgenusses im Sinne der Vorfreude, die ja bekanntlich den Genuss noch steigert.

Worauf sollte man beim Kauf einer Siebträger Espressomaschine besonders achten?

Man sollte seine eigenen Trinkgewohnheiten bzw. die diesbezüglichen Vorlieben anderer Familienmitglieder erst genau analysieren. Dabei spielen die täglich zubereitete Menge und die gewünschten Kaffeespezialitäten eine entscheidende Rolle. Für eine Person, die keinen Cappuccino trinkt, eignet sich möglicherweise ein Einkreiser besser als ein Zweikreiser oder gar Dualboiler. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man nicht nur einen Knopf drückt, wie beim Vollautomaten. Und außerdem sollte die Investition in eine passende Espressomühle einkalkuliert werden, da die Mühle für das Gesamtergebnis ausgesprochen wichtig ist.

Danke Thomas Hudak

für das nette Gespräch und die nützlichen Tipps rund um die Espressomaschine!